Flächenentwicklung mit Beteiligung

 

Lange Zeit war Einzelhandel beinahe ein Garant für (Brach-)Flächennutzung. Heutzutage kann aber bei weitem nicht jede Fläche, welche vor Jahren noch geeignet erschien, einer Handelsnutzung zugeführt werden. Die Nachfrage sinkt und landauf, landab heißt es: Fläche sucht Nutzung. Zudem sind unterschiedliche Interessenslagen von Politik, Eigentümern, Anliegern oder Öffentlichkeit deutlich vielschichtiger geworden und werden häufiger und radikaler kommuniziert.

Jeder weiß, dass – in Abhängigkeit des Standortes – umsetzungsfähige und zeitgemäße Nutzungen absolute Schlüsselprojekte für die Kommunalentwicklung sein können. Viele Kommunen stehen deshalb vor ähnlich lautenden Fragen: Wie entwickeln wir diese Gewerbebrache? Was machen wir mit diesem Handelsleerstand? Wie können wir mit einer Standortentwicklung unser Zentrum stärken? Diese und vergleichbare Fragen lösen deshalb seit geraumer Zeit eine ansteigende Nachfrage nach Flächennutzungskonzepten aus, die eine frühzeitige, zielgerichtete Beteiligung aller Entscheider und Interessierten beinhaltet.

Beispiel Odelzhausen: Schlüsselprojekt Ortsmitte

Mit dem strategischen Kauf des leerstehenden „Gasthaus zur Sonne“ startete die Gemeinde Odelzhausen in Bayern ein bedeutendes Schlüsselprojekt in ihrer Ortsmitte. Für ein anstehendes Nutzungskonzept wurde die Integration des unter Flächenknappheit leidenden Rathauses als eine Entwicklungsvariante diskutiert. Ziel der Gemeinde war, ein Konzept für beide Areale zu erhalten, bei denen die Nutzungen marktseitig, nachfrageseitig und wirtschaftlich tragfähig erscheinen.

 

Jan Vorholt, cima: Mit der Erstellung des Nutzungskonzeptes war die cima beauftragt. Nach der Definition von Entwicklungszielen konnte auf Basis von Standortanalysen sowie der umfangreichen Bewertung verschiedenster Nutzungen ein zielführendes, abgestimmtes Konzept abgeleitet werden.

 

Zielgerichtete Beteiligung: Offline und online

Von Beginn an war für die Findungsphase seitens der Gemeinde eine transparente Bürgerbeteiligung erwünscht. Eine erste Beteiligungsveranstaltung fand deshalb im Juni 2019 direkt auf dem Plangrundstück statt. Eine zweite Bürgerveranstaltung wurde bedingt durch die Corona-Beschränkungen via Online-Konferenz im Oktober 2020 durchgeführt. Mehr als 60 Personen nahmen an der digitalen Präsentation teil und nutzten die Möglichkeit, zahlreiche Fragen und Anregungen zu den von der cima online präsentierten Nutzungskonzepten zu äußern. Die Fragen wurden seitens der Gemeinde und der cima live beantwortet. Mit dieser digitalen, aber dennoch barrierearmen Veranstaltungsvariante konnte ein wesentlicher Beitrag zur Bürgernähe im Rahmen der Ortsentwicklung erreicht und das Gesamtprojekt trotz der Auswirkungen der Corona-Pandemie weiterentwickelt werden.

Passgenaues Nutzungskonzept

Das favorisierte Nutzungskonzept sieht für das Areal „Gasthaus zur Sonne“ direkt am Marktplatz als wichtige Versorgungsfunktion eine Metzgerei und eine Gastronomie im Erdgeschoss vor. Für die Obergeschosse ist die erweiterte Gemeindeverwaltung als Nutzerin vorgesehen. Das ehemalige Rathaus soll nach Verlagerung der Verwaltung vielfältig für Gruppen, Vereine, Verbände oder als Ausstellungsfläche genutzt werden. Insgesamt kann die Entwicklung beider Areale unter Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit für die Kommune langfristig zur weiteren Stärkung der bereits heute attraktiven Ortsmitte sowie zur weiteren Attraktivitätssteigerung des Vereins-, Freizeit- Gemeindelebens beitragen.


„Mit der Gründung des Kommunalunternehmens und dem Erwerb dieser zentral gelegenen Immobilie am Marktplatz haben wir früh die richtigen Weichen für eine weitere Attraktivitätssteigerung unserer Ortsmitte gestellt. Durch die fachliche Begleitung der cima sind wir der zukünftigen nachhaltigen Entwicklung unseres Zentrums einen großen Schritt nähergekommen. Insbesondere durch die erfolgreiche Bürgerbeteiligung, vor Ort sowie digital, konnte von Anfang an eine hohe Akzeptanz und bestmögliche Transparenz trotz den coronabedingten Einschränkungen in der Öffentlichkeit geschaffen werden. Die Nutzungskonzepte vereinen das wirtschaftlich und kommunalrechtlich Machbare mit den Bedürfnissen und Wünschen vieler unserer Bürger und Vereine sowie den Anforderungen an eine moderne Gemeindeverwaltung.“

Markus Trinkl, Erster Bürgermeister der Gemeinde Odelzhausen


Bürgerinformation der Gemeinde Odelzhausen zum Organisationskonzept (pdf)


Eine Auswahl weiterer cima-Nutzungskonzepte finden Sie hier.


 

Teile diesen Beitrag

Autor*in

Jan Vorholt

Jan Vorholt

cima // Projektleiter

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.