Wo stehen wir?


Digitale Stadt – überall

In den letzten Monaten durfte ich des Öfteren eine aktive Rolle auf Branchenveranstaltungen einnehmen. So war ich mittendrin in den geführten Debatten, die nahezu alle die digitale (Innen-)Stadt im Fokus hatten. Ich erinnere mich beispielsweise an die „Dialogplattform Einzelhandel“ in Berlin, an die Abschlussveranstaltung des Modelprojektes „Digitale Einkaufsstadt Bayern“ in München, an den Handelstag in Nürtingen zum Thema „Kommunale Onlineplattformen“ oder die Veranstaltung „Digitalisierung des Handels – Was wird aus den Innenstädten“ in Mannheim. Es wimmelte vor Ideen, Konzepten, Gedanken, Erkenntnissen und Thesen. Praktische Beispiele begeisterten oder wurden kontrovers diskutiert. Selten beschäftigte ein Mega-Thema gleichzeitig so viele unterschiedliche Facetten unserer Städte.

Zwischenstopp

Ab und an denke ich, wir alle bräuchten mal einen kurzen Zwischenstopp. Ein Innehalten zum Gedanken einsammeln.Vergleichbar mit den paar Sekunden, in denen ein ICE in manche Bahnhöfe schleicht, um an einen zweiten Zugteil anzukoppeln. Der ruhige Moment, in dem man zwar ungeduldig mit dem Finger am Türöffner steht, und gleichzeitig gedanklich abschweift. Dann ein deutlicher Ruck der einen zurückholt. Und weiter geht es.

Erkenntnisse

Ob es diesen Moment geben wird? Einstweilen machen viele erfolgreiche und weniger gute Erfahrungen mit digitalen Projekten in ganz unterschiedlichen Bereichen unserer Städte und Kommunen. Eine wesentliche Feststellung aus vielen bereits erfolgten digitalen Gehversuchen und dem anregenden Austausch darüber: Alle Beteiligten sind mittlerweile bei der Erkenntnis angelangt, dass „Digitale Stadt“ als weiterer Baustein zur integrierten Stadtentwicklung dazugehört. Die „Digitale Stadt“ funktioniert nicht losgelöst von der realen Stadt. Was bedeutet das für die Städte und Standorte? Meine ganz individuellen Erkenntnisse und Leitlinien:

– Das Reale partizipiert vom Digitalen – nicht umgekehrt. Ursprung aller digitalen Entwicklungen in unseren Städten müssen selbstverständlich die Menschen, Bürger, Kunden und Unternehmer sein.
– Digitalisierungsstrategien müssen – ähnlich dem Stadt- und Citymarketing vor 30 Jahren – lokale Change- und Vernetzungsprozesse in Gang setzen. Kommunikation und neue, klare Rollenverteilungen sind Voraussetzungen für diese Aufgaben.
– Die Kommunen müssen bei der digitalen Stadtentwicklung – vergleichbar mit der baulichen Stadtentwicklung – die Planungs-, Daten- und Infrastrukturhoheit einnehmen (können).
– Digitalisierung benötigt ein kommunales Bildungsprogramm. Qualifizierung, Mitnahme und Überzeugung von allen Teilen der Stadtgesellschaft sind wertvolle Fundamente für die weitere Entwicklung.
– Maßgebliche Erfolgsfaktoren für die reale Stadt sind Bequemlichkeit und Erlebnis. Es werden diejenigen im Standortwettbewerb gewinnen, die Exzellenz und Authentizität auf allen Ebenen bieten. Digitalisierung ist dabei das Mittel zum Zweck.
– Alles ist möglich. Versuche, Scheitern und Modifikation von Ideen und Projekten gehören zum Digitalisierungsprozess – nur Abwarten nicht.

Was denken Sie? Ich freue mich auf regen Austausch – vielleicht persönlich auf einer der nächsten Veranstaltungen.


Foto: StMWi/A.Schmidhuber

Autor:

Roland Wölfel

Roland Wölfel

cima // Geschäftsführer, Partner

2 Gedanken zu „Wo stehen wir?

  • 24. April 2018 um 14:42
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    Ihre Ausführungen sind spannend. Unsere Stadt entwickelt eine Digitalisierungsstrategie die sich aber zunächst nur auf die Verwaltung bezieht. Eine Koppelung zur Gesamtstaat ist hier sicher spannend und auch erforderlich .

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    • Christian Kramer
      25. April 2018 um 13:00
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      Kommen Sie einfach auf uns zu – wir unterstützen gerne!
      Wir betreuen gerade mehrere Mandate, die in eine Digitalisierungsstrategie münden werden.

      Antwort

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