City-App – digitales Abbild einer (Innen-)Stadt?

In den letzten Jahren ist ein neuer Trend zu erkennen: Immer mehr Städte und Kommunen bringen ihre eigenen City-Apps auf den Markt. Diese sollen vorhandene Internetauftritte und analoge Medien ergänzen, stehen häufig aber in Konkurrenz zu bereits bestehenden App-Angeboten, die durch die Abfallwirtschaft oder Mobilitätsunternehmen bereitgestellt werden. Anstelle einer App für die ganze Stadt, gibt es in der Regel eine Mobilitäts-App, eine Müllabfuhr-App und eine App für das Sammeln von Treuepunkten. Meist lautet das formulierte Ziel: eine App für Alles! Doch welche Punkte muss ich als Stadt bei der Einführung einer City-App beachten? Und wie finde ich den richtigen Anbieter? In unserer neuen Blog-Eintrag-Serie zum Thema „City Apps“ erhalten Sie Antworten auf diese und viele weitere Fragen.

City-App – Was ist das eigentlich?

City-Apps ergänzen das bereits bestehende Angebot städtischer (Online-)Auftritte. In den meisten Fällen existiert schon eine städtische Webseite oder eine vergleichbare Plattform, deren Angebot und Funktionen durch die App erweitert werden sollen. City-Apps stellen somit die Weiterentwicklung der bereits bestehenden Angebots dar. Häufig gelten sie aber auch als Vorstufe zur „Smart City“, die eine intelligente Vernetzung aller Lebens- und Wirtschaftsbereiche einer Stadt beschreibt.

City-Apps als Informationsmedium bieten Städten und Verwaltungen die Möglichkeit, Informationen zu verschiedenen Themen in die Masse zu streuen. Dabei gilt die App als Ergänzung zur klassischen Webseite oder zum analogen Freizeitführer. 

City-Apps als Interaktionsmedium bieten Städten und Verwaltungen eine neue Art und Weise, mit ihrer Bürgerschaft oder Besucher*innen in Kontakt zu treten. Dabei können verschiedene Schwerpunkte gesetzt werden: Bürgerbeteiligung, Digitale Verwaltung, etc. 

City-Apps als Marketing-Tool bieten Städten und Verwaltungen neue Möglichkeiten die Attraktivität zu steigern. Mithilfe von Gamification-Ansätzen wird die Stadt neu erlebt. Darüber hinaus kann die lokale Wirtschaft gefördert und deren Sichtbarkeit erhöht werden.

Wer wird zum Betreiber?

Neben Verwaltungen und Stadtwerken kommen auch Werbegemeinschaften und -vereine sowie das Stadtmarketing als Betreiber in Frage. Seltener werden City-Apps direkt durch den Infrastrukturgeber, der die passende Technik liefert, betrieben. 

Je nach Art der App und Umfang der Funktionen bedarf es mehr oder weniger Arbeitsaufwand. Ob der entstehende Mehraufwand durch das vorhandene Personal gedeckt werden kann, oder ob extra Personal nötig ist, lässt sich nicht pauschal ermitteln. 

Da City-Apps häufig als erster Schritt in Richtung „Smart City“ gelten, wird das Thema häufig in die entsprechenden Zuständigkeitsbereiche der Städte gelegt. Nicht selten findet das Thema Platz beim Chief Digital Officer, Chief Information Officer oder wird zur Chefsache erklärt und direkt im Dienstbereich des Bürgermeisters angesiedelt. Tritt die Stadt als Betreiber auf, kann dies die Transparenz erhöhen und die Akzeptanz in der Bürgerschaft steigern. 

Wer ist die Zielgruppe?

Eine App sollte stets die Anforderungen und Wünsche ihrer Zielgruppe berücksichtigen. Dabei kann bei City-Apps zwischen einer Vielzahl an Akteuren unterschieden werden:

  • Bürger*innen
  • Unternehmen
  • Tourist*innen (Übernachtungs- und Tagungsgäste)
  • Bevölkerung aus dem Umland

Für den Erfolg einer App ist es ferner wichtig, die Zielgruppen weiter auszudifferenzieren. Beispielsweise im Hinblick auf verschiedene Altersgruppen und Interessen. Eine weitere Einteilung lässt sich in die beiden Gruppen der „Digital Natives“ und „Digital Immigrants“ vornehmen. Während Digital Natives mit dem Internet, Social Media Kanälen sowie Computern und Smartphones aufgewachsen sind und diese wie selbstverständlich beherrschen und bedienen, kamen Digital Immigrants erst im Erwachsenenalter in Berührung mit diesen digitalen Technologien. 

Ferner müssen auch potenzielle Zielgruppen der App berücksichtigt werden, da sich diese eventuell im Vorfeld ihrer Entscheidung über die App informieren.

Was ist das Ziel der City-App?

Bei der Entwicklung einer App spielt neben der Identifikation der Zielgruppen auch das Festlegen von späteren Zielen eine wichtige Rolle. Die Ziele stehen dabei in enger Verbindung zu den Zielgruppen und vice versa. 

Meist werden City-Apps eingesetzt, um die Verwaltung zu optimieren. In diesem Zusammenhang spricht man häufig auch von E-Governance. Übergeordnete Ziele sind eine verbesserte Nutzung und mögliche Einsparung finanzieller und personeller Ressourcen, eine erhöhte Transparenz des Verwaltungshandeln sowie neue Möglichkeiten zur Partizipation und Bürgerbeteiligung

Ferner bieten Apps eine vereinfachte Kommunikation mit den Bürger*innen einer Stadt, wodurch die städtische Vernetzung im Allgemeinen verbessert wird. Dadurch kommt es zu einer gesteigerten Zufriedenheit der Bewohner. Das Leben und Arbeiten in der Stadt wird vereinfacht. 

In Bezug auf Touristen können City-Apps als Marketinginstrument genutzt und somit zur Imagesteigerung beitragen. Ferner dienen die Apps zu einer besseren Orientierung innerhalb der Stadt. 

Seltener werden City-Apps tatsächlich zur Umsatzgenerierung genutzt. 

Ausblick

Nach dieser Einführung haben Sie einen groben Überblick über das Thema „City Apps“. Im nächsten Blog-Eintrag lesen Sie alles zu den möglichen Funktionen und den Vorteilen einer solchen City-App für Ihre Stadt. 

Sollten Sie Fragen zum Thema haben oder Unterstützung bei der Einführung einer City-App in Ihrer Stadt benötigen, dann melden Sie sich bei uns

Teile diesen Beitrag

Autor*in

Verena Birkmann

Verena Birkmann, Jg. 1997, ist Kulturgeographin (Bachelor) und absolviert momentan ihr Master-of-Arts-Studium an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg. Seit März 2020 arbeitet sie für die CIMA Beratung + Management GmbH insbesondere als Digital-Managerin lokaler Online-Plattformen und als Unterstützung im Projektmanagement. Außerdem ist sie verantwortlich für die redaktionelle Pflege der cima.digital-Wissensdatenbank und schreibt als Autorin für den cima.digital-Blog.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.